Wir reden darüber!

Integration von Asylsuchenden

Bis Mitte Januar 2016 haben rund 150 Flüchtlinge (inklusive 37 unbegleitete Jugendliche) in Schmitten Zuflucht vor Krieg und Terror gefunden. Bis April 2016 wird sich die Zahl der Asylsuchenden auf ca. 200 Personen erhöhen.

Die Bereitschaft, Flüchtlingen bei ihrer Eingewöhnung zu helfen ist groß. Zurzeit engagieren sich in Schmitten rund 60 ehrenamtliche Helfer in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise Organisation von Sachspenden, Deutschunterricht, Fahrten zu Ämtern und Arztbesuchen. Eine besondere Form des Engagements und eine wichtige Aufgabe ist die Übernahme von Patenschaften.

Im Folgenden soll kurz vorgestellt werden, was eine solche Patenschaft bedeutet und stellvertretend berichtet Astrid Gutsche, eine Patin, von ihren Eindrücken und Erfahrungen im Zusammenhang mit der Übernahme einer solchen Patenschaft. Aber auch ihre „Patenkinder“, ein Ehepaar aus Eritrea kommt zu Wort und stellt sich kurz vor.

Mit der Idee einer ehrenamtlichen Patenschaft soll eine leichtere und schnellere Integration in die Strukturen vor Ort, eine zentrale Anlaufstelle für den einzelnen Asylsuchenden geschaffen werden. Dies gelingt indem jedem Asylbewerber oder jeder Familie einen Schmittener „Paten“ bzw. „Patin“ zur Seite gestellt wird. Diese stehen in einem regelmäßigen Kontakt und können so ein persönliches Vertrauensverhältnis aufbauen. Immer wieder dienen sie so als Ansprechpartner und kümmern sich um die aktuellen Belange des Asylsuchenden. Für die Ehrenamtlichen steht dabei im Vordergrund, die Flüchtlinge mit ihrem Engagement auf ein mögliches Leben in Deutschland vorzubereiten. Bei der Hilfe und Unterstützung geht es vor allem um ein verständliches Erklären, warum etwas so in Deutschland ist und nicht anders. Es geht dabei nicht aber um die Abnahme von Entscheidungen. Eingewöhnung gelingt umso besser, je schneller der Einzelne eigenständig handeln kann und die jeweiligen Hintergründe dafür kennt.

Wichtig ist es dabei so früh wie möglich, am besten bereits bei Ankunft in Schmitten, dem jeweiligen Asylsuchenden einen Paten an die Seite zu stellen.

Zu den typischen Aufgaben eines Paten gehört es beispielsweise die Unterstützung bei der Deckung des Grundbedarfs wie Kleidung, Schuhe, Terminorganisation von  Arztbesuchen, Begleitung zu Behördengängen, Auswahl eines geeigneten Deutschkurses, Aufklärung  über dierechtliche Situation, Herstellung von Kontakten zu anderen Asylbewerbern und vieles mehr. Im Zeitverlauf eines solchen Engagements ändern sich die Anforderungen, je nach Status des Asylsuchenden. So ist zum Beispiel nach dem positiven Entscheid über den Asylantrag Unterstützung bei der Wohnungssuche gefragt. Aber auch Hilfen bei der Anmeldung zu einem Integrationskurs sowie zu Beschäftigungs- und Fortbildungsmaßnahmen sind notwendig, da oft während der Dauer des Asylverfahrens bestimme Kurse nicht wahrgenommen werden dürfen.

Sollte es im Laufe der Patenschaft zu Problemen oder Rückfragen bei den Paten kommen, so erhalten diese Unterstützung von einem Team von ehrenamtlichen Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten. Außerdem finden jeden Montag ab 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum Arnoldshain Helfer-Treffen zum Erfahrungsaustausch und gegenseitiger Unterstützung statt.

Derzeit besteht für die Gemeinde neben der Erstunterkunft das Problem, dass man den anerkannten Flüchtlingen mit Bleiberecht keine Wohnungen in Schmitten anbieten kann. Nach Gesetzeslage müssen diese innerhalb von 3 Monate nach Anerkennung aus ihrer Notunterkunft ausziehen. Wer also Wohnungen zu vermieten hat, kann sich sowohl an den Freundeskreis Asyl als auch an die Gemeinde wenden.

Eine schnelle und erfolgreiche Integration von den in unserer Gemeinde lebenden Flüchtlingen geht uns alle an. Nur mit allen
Schmittener Bürgern gemeinsam kann die Eingliederung gelingen.  Weitere Informationen und nützliche Links zum Thema Flüchtlinge und Engagement finden Sie unter Daten & Fakten.

 

Erfahrungsbericht einer Patin für ein Ehepaar aus Eritrea

Frau Astrid Gutsche hat sich vor gut einigen Monaten entschieden, eine Patenschaft zu übernehmen. Nachfolgend gibt sie einen kurzen Überblick zu ihrer Motivation und welche Aufgaben sie im Rahmen dieser Patenschaft übernimmt.

„Die aktuellen Berichterstattungen in den Medien sowie die steigenden Flüchtlings-zahlen haben mich motiviert, mich in Schmitten in diesem Bereich zu engagieren. Ich betreue nun gemeinsam mit dem Ehepaar Christine und Gerd Berger das Ehepaar Taklay und Tigst aus Eritrea. Bedingt durch unsere Berufstätigkeit üben wir diese Aufgabe gemeinsam aus: Gerd Berger begleitet beispielsweise das Ehepaar zu Behördengängen, Christine Berger organisierte das Weihnachtscafé und ich kümmere mich unter anderem um Termine bei Ärzten. Das umfasst die Feststellung des Impfstatus, die Zusammenstellung von Vorerkrankungen, Auswahl geeigneter Fachärzte, Sammlung von Informationen zu medizinischen Themen in der entsprechenden Landessprache bis hin zur Erstbegleitung.

Außerdem besuchen wir gemeinsam  Veranstaltungen wie den Schmittener Weihnachtsmarkt und auch bei privaten Festen sind sie uns willkommen. Erfreulicherweise wurde der Asylantrag von Taklay im Dezember 2015 positiv entschieden, nun gilt es für ihn und seine Frau Tigst eine Wohnung in unserer Gemeinde zu finden. Ihn auf die Arbeitswelt vorzubereiten durch den Besuch von Integrationskursen sowie die Suche nach einem Praktikum bzw. Ausbildung sind weitere gemeinsame Bausteine  für eine erfolgreiche Zukunft hier in Schmitten.

Meine Tätigkeit als Patin sehe ich als absolute Bereicherung an. Man lernt andere Menschen, Kulturen und Traditionen kennen. Außerdem sehe ich, wie meine Hilfe direkt ankommt, angenommen wird und wie es vorwärts geht. Wenn Taklay und Tigst meine Unterstützung irgendwann nicht mehr in dem Maß benötigen sollten, kann ich mir auch ein neues Patenschafts-Engagement vorstellen. Ich kann nur jeden dazu ermutigen, eine Patenschaft zu übernehmen, dadurch kann man viel Positives bewirken. Aber auch mit einem kleineren Zeitaufwand sind Hilfen bei Fahrdiensten oder Übernahme von Kleinkinderbetreuung in der Zeit der Deutschkurse sehr willkommen.“

 

Jahre auf der Flucht - Taklay und Tigst aus Eritrea

Die Geschichte des Ehepaars Taklay, 26, und Tigst, 20, berührt und macht betroffen, wie so viele Schicksale von Asylsuchenden. Beide stammen aus Eritrea. Seit seiner Unabhängigkeit von Äthiopien (1993) hat das Militär die Regierung übernommen. Polizeiliche Willkür ist neben Menschenrechtsverletzungen, Folter und Tötungen an der Tagesordnung. Rund eine Million der etwa 6,5 Millionen Einwohner sind inzwischen geflohen.

Taklay wurde mit 14 Jahren zum lebenslangen Militärdienst eingezogen. Er war insgesamt 10 Jahre auf der Flucht, verbunden mit einem für ihn besonders belastenden 6monatigen Gefängnisaufenthalt in Libyen. Mit einem Flüchtlingsboot erreichte er Sizilien und lebt nun seit Februar 2015 in Schmitten. Zu seiner Familie hat er seit Jahren leider keinen Kontakt mehr. Als gläubiger Christ ist ihm der Rückhalt in der eritreisch-orthodoxen Kirche sehr wichtig. Für seine Zukunft in Deutschland strebt er eine Ausbildung an.

Auch die 20jährige Tigst ist durch eine jahrelange Flucht mit schlimmen Erlebnissen gezeichnet. Mit Mutter und Schwester gelangten sie aus Eritrea in den Sudan und hat dort viel Negatives erlebt. Danach führte die Fluchtroute nach Libyen. Dort lernte Tigst ihren künftigen Ehemann Takay kennen und sie heirateten. Doch ihre Wege trennten sich wieder und Tigst gelangte schließlich über Lampedusa nach Europa. Seit März 2015 lebt sie nun in Schmitten und möchte nach ihrer Anerkennung gerne einen Schulabschluss erlangen und ein sicheres Familienleben beginnen.

Aktuelles

Berichterstattung:

Berichte aus den Gremien

Tagespresse / Kommunalpolitik

 

Berichterstattung der b-now:

Einladung zur Gemeindevertretung (GVE) Sitzung im DGH Arnoldshain

Link zur GVE-Sitzung am Mittwoch, den 15. November 2017

 

Sitzungsunterlagen für GVE

am Mittwoch, dem 04. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Arnoldshain, DGH    Tagesordnung und Sitzungsunterlagen

 

Sitzungsunterlagen für GVE

am Mittwoch, dem 30. August 2017,     Tagesordnung und Sitzungsunterlagen

 

Sitzungsunterlagen für GVE am Mittwoch, dem 21. Juni 2017: Tagesordnung und Sitzungsunterlagen

 

Sitzungsunterlagen für GVE

am 10.05.2017 (Tagesordnung, Abschlussbericht KIGA+Beschlussvorschlag, 

Antrag)

Sitzungsunterlagen für GVE am 1.2.2017 (Tagesordnung, Anträge, Protokoll jetzt hier online)

b-now Temine:

  15. November 2017 ab 19:30 Uhr Sitzung der Gemeinde-vertretung im DGH Arnoldshain

 

Treffen Sie b-now:

Einladung zum Bürgerstammtisch:

07. Dezember um 19:30 Uhr im Restaurant "Taunushöhe" auf dem Treisberg

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